Riesige Schadholzmenge im Jahr 2017

Wie ein Bericht des Bundesamtes für Wald (BFW) zeigt, erreichte die Borkenkäfer-Schadholzmenge 2017 in Österreich ein vorläufiges Allzeithoch von 3,52 Mio. Festmeter.
Windwurf
© Agrarfoto
Akteuer am Holzmarkt wussten es schon im Laufe des Jahres: Stürme und Borkenkäfer steuerten die Holzernte 2017. Starke Trockenheit bzw. mehrfache Trockenperioden führten darüber hinaus dazu, dass im Zusammenspiel mit Schadursachen, die sonst meist nur von begrenzter Bedeutung sind, regional Schwächungen und Schäden bis hin zum Absterben von Bäumen auftraten.

Auch schwere Gewitterstürme in der gesamten Vegetationszeit und orkanartige Stürme führten zu einem massiven Anstieg bei den Sturmschäden auf 3,5 Mio. fm. Das entspricht der 3,5-fachen Menge des Vorjahres. Die meisten Schäden fielen in Kärnten, der Steiermark und in Nieder- und Oberösterreich an.

Zuwenig Niederschlag

Neben der warmen Witterung machte vor allem der Niederschlagsmangel in einigen Teilen Österreichs dem Wald schwer zu schaffen: In Teilen abseits des Alpenhauptkammes, besonders in Ober- und Niederösterreich, dem Burgenland und der Steiermark ergaben sich Niederschlags-Defizite von 10 – 25 % über das gesamte Jahr. Vor allem Regionen im Nordosten waren schon 2015 und selbst im eher niederschlagsreicheren Jahr 2016 von Trockenheit betroffen. Dieser regionale Unterschied im Niederschlag machte sich auch im Schadholzanfall bemerkbar. In Niederösterreich wurde ein enormer Anstieg von rund 60 % registriert, 1,9 Mio. fm Käferholz fiel alleine hier an. In Oberösterreich wurden regional ähnliche Niederschlagsdefizite verzeichnet; die Schadholzmenge stieg ebenfalls sehr stark an (512.000 fm). Stellt man die Schadholzdaten auf Ebene der Bezirksforstinspektionen gegenüber, treten in den wiederholt von Dürre betroffenen Gebieten des Nordostens dramatische Ergebnisse zutage: Im Wald- und Mühlviertel, die weniger als 10 % der österreichischen Waldfläche und 11,5 % des österreichweiten Fichtenvorrates repräsentieren, fiel 2017 die Hälfte des heimischen Borkenkäferschadholzes an.

2017: Namhafte Stürme

Orkanartige Stürme im September („Sebastian“) und Oktober 2017 („Herwart“) sowie der Föhnsturm „Yves“ im Dezember 2017 führten zu einem massiven Anstieg bei den Sturmschäden.

2018: Ausgagslage besorgniserregend

Die Rekordwerte des Jahres 2017 beim Käferholzvolumen lassen auf extrem hohe Populationsdichten bei den Fichtenborkenkäfern, besonders dem Buchdrucker, schließen. Den letzten Winter überlebte die Käferpopulation ohne Probleme. Schon jetzt zeichnet sich auch ein Niederschlagsmangel ab, noch dazu können die vielen (Einzel-) Windwürfe vom Vorjahr zu Brutstätten für den Käfer werden.

Man kann nur auf viel Niederschlag im Jahresverlauf hoffen, da durch so einen enormen Käferholzanfall auch die Logistikkapazitäten der Frächter bzw. Eisenbahn und die Lagerkapazitäten der Holzindustrie überfordert werden.