Milchmarkt: GlobalDairyTrade-Index gibt erneut nach

Preise für Butter und Kasein deutlich gesunken - Kurse für Milchpulver befestigt.

Auckland, 18. Juli 2018 (aiz.info). - Nachdem die Notierungen an der neuseeländischen Handelsplattform GlobalDairyTrade bei der Auktion Anfang Juli im Schnitt um 5% gesunken waren, kam es diese Woche zu einem leichten Minus von 1,7%. Während vor allem die Kurse für Kasein und Butter stark rückläufig waren, konnten sich die Preise für Milchpulver befestigen. Im GDT-Gesamtindex wird bekanntlich eine Bandbreite von verschiedenen Molkereiprodukten und Kontrakt-Zeiträumen zusammengefasst, der Index gilt als wichtiger Indikator für die Entwicklung am Weltmilchmarkt.
 

Am stärksten sank bei der jüngsten GDT-Auktion der Index für Kasein, er gab gegenüber dem vorherigen Event um 9,5% auf durchschnittlich 4.602 USD/t nach. Auch der Butter-Index tendierte deutlich nach unten, und zwar um 8,1% auf 4.953 USD/t. Wasserfreies Milchfett (AMF) wurde im Mittel um 5.629 USD/t gehandelt, was einem Minus von 5,2% entspricht. Cheddar-Käse tendierte mit -3,3% ebenfalls zur Schwäche und erreichte im Mittel 3.596 USD/t.
 

Vollmilchpulver verzeichnet Plus von 1,5%
 

Eine positive Kursentwicklung wurde nur im Pulverbereich verzeichnet: Bei Magermilchpulver konnte der Index nach den jüngsten zwei Rückgängen wieder leicht zulegen, und zwar um 0,8% auf 1.959 USD/t. Vollmilchpulver - das am umfangreichsten gehandelte Produkt der GDT-Auktionen - verzeichnete im Durchschnitt der Kontrakte eine Kurssteigerung um 1,5% auf 2.973 USD/t.
 

"Bei diesem Event waren mehr Käufer aus dem nordasiatischen Raum vertreten. Es ist wahrscheinlich, dass vor allem China seinen mittelfristigen Bedarf an Vollmilchpulver gedeckt hat, während bei den Dezember- und Jänner-Kontrakten sinkende Kurse verzeichnet wurden", analysiert Amy Castleton vom neuseeländischen Marktbeobachter AgriHQ. Bei Butter wiederum sei Ozeanien mittlerweile der billigste Anbieter.
 

Westpac-Analystin Anne Boniface führt die aktuell sinkenden Kurse bei Milchprodukten auf die insgesamt geringere Nachfrage vonseiten Chinas sowie auf die sich verschärfenden globalen Handelskonflikte zurück. Nathan Penny, Ökonom der ASB-Bank, weist darauf hin, dass die Notierungen am Weltmilchmarkt in den vergangenen zwei Monaten im Schnitt um 9% gefallen seien. Mittlerweile zeichne sich aber eine Stabilisierung ab, betont er. Zum Teil seien die Preisrückgänge auch auf schwächelnde Währungen in wichtigen Zielmärkten zurückzuführen. So habe der chinesische Yuan gegenüber dem US-Dollar in den vergangenen acht Wochen um 5% an Wert verloren. Generell bilde der globale Bedarf an Milchprodukten immer noch ein stabiles Fundament für die Preise, so der Experte.
 

In Summe wurden beim jüngsten GDT-Event Molkereiprodukte im Umfang von 25.454 t verkauft und damit weniger als bei der vorhergehenden Auktion (26.519 t). Die Zahl der teilnehmenden Bieter lag bei 168.