Douglasie, eine Alternative?

Douglasien sind für Österreich eine interessante Baumart. Manche Experten sehen in ihr sogar eine waldbauliche „Wunderwaffe“ gegen den Klimawandel. Aber es gibt auch kritische Stimmen.

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© Agrarfoto
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Douglasie liegt in Nordamerika. Grob werden 2 Varietäten unterschieden: die „grüne“ Küstendouglasie Pseudotsuga menziesii var. menziesii (viridis) und die „blaue“ Inlandsform Pseudotsuga menziesii var. glauca.

Tatsächlich hat sich die Douglasie im Laufe der Zeit sehr gut an die unterschiedlichsten Umweltbedingungen angepasst. Offiziell gibt es 48 Varietäten, die sich oft gravierend bezüglich ihres Anspruches an Klima und Standort unterscheiden. Durch den Klimawandel und die damit einhergehende Erwärmung sehen viele Waldbauexperten die Hauptbaumart Fichte in Österreich bedroht. Als mögliche Ersatzbaumart wird vielerorts die Douglasie angepriesen, die hervorragenden Wuchsleistungen und die gute Verträglichkeit von trockenen und sauren Böden werden hervorgehoben.

Auf den ersten Blick spricht alles für die Douglasie. Das Holz ist ähnlich der Lärche und gerade im sommerwarmen Osten dürften die Standortbedingungen für die Douglasie gut passen

Hohe Ansprüche an den Boden

Es gibt aber auch viele Waldbauexperten, die vor allzu großer Euphorie warnen:
  • Die Douglasie ist sehr anspruchsvoll an die Bodentextur, bevorzugt werden tiefgründige, leichte bis mittelschwere Böden (Bodenart: Sand bis Lehm). Begrenzend wirken Dichtlagerung und schwere Böden aufgrund der möglichen Staunässe (Absterben der Feinwurzeln). Dort ist die Douglasie auch extrem Windwurf gefährdet.
  • Eine weitere Gefährdung ist die Frosttrocknis, da diese Baumart die Spaltöffnungen im Jahresverlauf sehr früh öffnet, dann Wasser verdunstet, aber aus dem Boden die Feuchtigkeit noch nicht aufgenommen werden kann.
  • Es gibt zwar Empfehlungen für die Herkunftsauswahl für jedes mitteleuropäische Land, trotzdem ist das Risiko relativ hoch, dass die falsche Provenienz erwischt wird. Damit könnte es zu Schäden durch Trockenheit oder Erkrankungen (z.B. Douglasienschütte) kommen.
  • Ein unangenehmer Sekundärschädling ist der Hallimasch, der die Wurzeln befällt: 30- bis 40-jährige Bäume können dann oft von Hand umgedrückt werden.
Die Douglasie wächst in Mitteleuropa erst seit gut 150 Jahren und hatte in Forstkreisen den Ruf der „biotischen Unverwundbarkeit“. Diesen wird sie wahrscheinlich verlieren, denn die Anpassung der heimischen Schadorganismen an den Neuling geht weiter. Hier müssen Forstleute in den nächsten Jahren sehr aufmerksam beobachten.

Kleiner Markt in Österreich

In Nordamerika ist die Douglasie die meistverwendete Holzart und wird unter dem Namen „Oregon Pine“ gehandelt. Auf Grund der geringen Verbreitung in Österreich hat sich hier nur ein kleiner, regionaler Markt entwickelt und der Absatz zu vernünftigen Preisen ist schwierig. Das Holz der Douglasie ist am Markt einfach zu wenig bekannt.

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Autor:
DI Reinhard Pfeffer, RWA